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So prüfst du alle Flüssigkeiten und füllst sie auf — die komplette Anleitung

Motoröl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit, Servolenkungsöl, Getriebeöl, Scheibenwaschwasser: In 10 Minuten in der Einfahrt prüfst du alle sechs und füllst sie bei Bedarf auf – und erfährst, wann ein niedriger Stand auf ein Problem hindeutet.

Rev + Daniel Georgiev · 10 Min. Lesezeit

Geprüft anhand des 2025 Nissan Juke Owner's Manual — Checking engine coolant level · Überprüft am 2. Nov. 2026 von Daniel Georgiev · 2 Quellen

So prüfst du alle Flüssigkeiten und füllst sie auf — die komplette Anleitung
Foto: Gustavo Fring / Pexels
Inhalt
  1. Bevor du anfängst
  2. Die Flüssigkeiten im Einzelnen
  3. Nach der Kontrolle: Auf Undichtigkeiten achten
  4. Profi-Tipps
  5. Häufige Fehler

Dein Auto benötigt mehrere verschiedene Flüssigkeiten, um sicher und effizient zu funktionieren. Sie regelmäßig zu kontrollieren, ist eine der wirksamsten Gewohnheiten in der vorbeugenden Wartung: Es dauert 10-15 Minuten, kostet nichts und kann kleine Probleme erkennen, bevor daraus teure werden. Diese Anleitung führt dich durch jede Flüssigkeit unter deiner Motorhaube.

Bevor du anfängst

Parke auf einer ebenen, waagerechten Fläche, damit sich die Füllstände genau ablesen lassen. Wenn du gefahren bist, lass den Motor 15-20 Minuten abkühlen, bevor du das Kühlsystem berührst. Es steht im heißen Zustand unter Druck, und du kannst dich verbrühen. Die übrigen Flüssigkeiten kannst du sofort kontrollieren.

Halte einen sauberen Lappen oder Papiertücher bereit. Du wirst Peilstäbe herausziehen und Verschlussdeckel abwischen.

Die Flüssigkeiten im Einzelnen

1. Motorkühlmittel (Frostschutzmittel)

Wo: Suche nach einem durchscheinenden Kunststoffbehälter in der Nähe des Kühlers. Er ist meist mit MIN/MAX- oder LOW/FULL-Markierungen versehen und über einen kleinen Schlauch mit dem Kühler verbunden.

So kontrollierst du: Prüfe bei kaltem Motor den Flüssigkeitsstand anhand der seitlichen Markierungen. Er sollte zwischen MIN und MAX liegen.

So füllst du nach: Schraube den Deckel des Ausgleichsbehälters ab (nicht den Kühlerdeckel) und fülle fertig gemischtes Kühlmittel im Verhältnis 50/50 nach, oder mische Kühlmittelkonzentrat mit der gleichen Menge destilliertem Wasser. Verwende die für dein Fahrzeug passende Kühlmittelsorte; sie steht in deiner Betriebsanleitung.

WARNUNG: Öffne niemals den Kühlerdeckel oder den Deckel des Ausgleichsbehälters, solange der Motor heiß ist. Das Kühlsystem steht unter Druck, und kochendes Kühlmittel kann herausspritzen und schwere Verbrühungen verursachen.

Darauf solltest du achten: Wenn du wiederholt Kühlmittel nachfüllen musst, gibt es irgendwo ein Leck. Achte auf Pfützen unter dem Auto (grüne, orangefarbene oder rosafarbene Flüssigkeit). Kontrolliere außerdem die Kühlerschläuche auf Risse oder weiche Stellen.

2. Bremsflüssigkeit

Wo: Der Hauptbremszylinder befindet sich auf der Fahrerseite des Motorraums und ist an der Spritzwand (der Metallwand zwischen Motorraum und Fahrgastraum) befestigt. Der Vorratsbehälter ist ein kleiner durchscheinender Behälter oben auf dem Zylinder.

So kontrollierst du: Prüfe den Füllstand anhand der MIN/MAX-Markierungen. Achte auch auf die Farbe: Gesunde Bremsflüssigkeit ist klar bis hellbernsteinfarben. Dunkelbraune oder schwarze Flüssigkeit hat zu viel Feuchtigkeit aufgenommen und muss komplett gewechselt werden.

So füllst du nach: Öffne den Deckel und fülle die passende Bremsflüssigkeit nach DOT-Klassifizierung nach. Deine Betriebsanleitung nennt DOT 3, DOT 4 oder DOT 5.1; verwende genau die vorgeschriebene Sorte. Lass den Deckel so kurz wie möglich offen, da Bremsflüssigkeit Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt.

Darauf solltest du achten: Ein allmählich sinkender Füllstand bedeutet oft, dass sich die Bremsbeläge abnutzen (normal). Ein plötzlicher Abfall deutet auf ein Leck im Bremssystem hin, und das ist ein sicherheitskritischer Notfall. Wenn sich das Bremspedal weich oder schwammig anfühlt, lass das System sofort überprüfen.

3. Servolenkungsöl

Wo: Nicht jedes Auto hat eine solche Anlage. Viele moderne Fahrzeuge besitzen eine elektrische Servolenkung, die keine Flüssigkeit benötigt. Wenn dein Auto eine hydraulische Servolenkung hat, suche nach einem kleinen Vorratsbehälter oder einem Deckel an der Servopumpe (meist über einen Riemen an der Vorderseite des Motors angetrieben).

So kontrollierst du: Einige Behälter sind durchscheinend und haben Füllstandsmarkierungen. Andere haben einen in den Deckel integrierten Peilstab: Ziehe ihn heraus, wische ihn ab, stecke ihn wieder hinein und lies den Füllstand ab. Manche Peilstäbe haben sowohl HOT- als auch COLD-Markierungen.

So füllst du nach: Fülle die in deiner Betriebsanleitung angegebene Sorte Servolenkungsöl nach. Einige Fahrzeuge verwenden für die Servolenkung ATF (Automatikgetriebeöl). Rate nicht, sondern schau in der Betriebsanleitung nach.

Worauf du achten solltest: Wimmernde oder knurrende Geräusche beim Drehen des Lenkrads, besonders bei niedriger Geschwindigkeit, deuten oft auf einen zu niedrigen Flüssigkeitsstand hin. Sinkt der Stand immer weiter ab, prüfe Lenkgetriebe, Pumpe und Leitungen auf Undichtigkeiten.

4. Automatikgetriebeöl

Wo: Der Getriebeölmessstab sitzt meist im hinteren Bereich des Motorraums und hat einen anders gefärbten Griff als der Ölmessstab (oft rot oder gelb). Manche moderne Fahrzeuge haben ein geschlossenes Getriebe ohne Messstab -- schau in dein Handbuch.

So prüfst du es: Anders als andere Flüssigkeiten wird Getriebeöl bei laufendem Motor und bei Betriebstemperatur geprüft. Ziehe den Messstab heraus, wische ihn sauber, stecke ihn vollständig wieder hinein und ziehe ihn erneut heraus. Lies den Stand anhand der Markierungen ab.

Worauf du achten solltest: Gesundes ATF ist rosa bis hellrot und riecht leicht süßlich. Dunkelbraunes Öl oder ein Brandgeruch bedeutet, dass das Öl gealtert ist und gewechselt werden muss. Metallpartikel am Messstab weisen auf inneren Verschleiß hin.

So füllst du nach: Fülle die von deinem Getriebe vorgeschriebene ATF-Sorte mit einem Trichter über das Messstabrohr nach. Getriebeölsorten sind NICHT untereinander austauschbar -- die falsche Sorte kann das Getriebe beschädigen.

5. Scheibenwaschflüssigkeit

Wo: Ein großer, durchscheinender Behälter, meist im vorderen Bereich des Motorraums, mit einem Scheibenwischer-Symbol auf dem Deckel.

So füllst du nach: Fülle den Behälter einfach bis oben auf. Das ist die einzige Flüssigkeit, bei der es nicht auf Genauigkeit ankommt. Verwende echte Scheibenwaschflüssigkeit, kein reines Wasser -- sie reinigt besser und gefriert im Winter nicht.

Nach der Kontrolle: Auf Undichtigkeiten achten

wirf einen Blick unter das Fahrzeug. Das bedeuten die unterschiedlich gefärbten Pfützen:

  • Klares Wasser (in der Nähe der Beifahrerseite): Normales Kondenswasser der Klimaanlage. Kein Grund zur Sorge.
  • Grün, orange oder rosa: Kühlmittelverlust. Prüfe Schläuche und Kühler.
  • Rot oder rötlich-rosa: Getriebe- oder Servolenkungsöl. Prüfe Leitungen und Dichtungen.
  • Klar, ölig, leicht bernsteinfarben: Bremsflüssigkeit. Sicherheitsrisiko -- sofort prüfen.
  • Dunkelbraun oder schwarz: Motoröl. Prüfe die Ölwannendichtung und die Ventildeckeldichtung.

Profi-Tipps

  • Mach es zur monatlichen Gewohnheit. Such dir einen Tag aus -- den Monatsersten, den Zahltag, was auch immer sich bei dir einprägt -- und kontrolliere alle Flüssigkeiten. Das dauert 10 Minuten.
  • Bewahre einen kleinen Trichter im Kofferraum auf. Ohne Trichter ist das Nachfüllen bei manchen Behältern eine nervenaufreibende Schmiererei.
  • Mische niemals verschiedene Kühlmitteltypen. Grün (IAT), orange (OAT) und rosa/blau (HOAT) enthalten unterschiedliche Korrosionsschutzmittel. Beim Mischen kann es zu Gelbildung und verstopften Kanälen kommen.
  • Bremsflüssigkeit nimmt mit der Zeit Feuchtigkeit auf. Selbst wenn der Stand in Ordnung ist, solltest du sie alle 2-3 Jahre wechseln lassen, um innere Korrosion zu verhindern und die Bremsleistung zu erhalten.
  • Dokumentiere alles in GarageHub. Trage jedes Nachfüllen mit Datum und Menge ein. So entsteht ein Muster -- wenn du jeden Monat Kühlmittel nachfüllst, entwickelt sich ein Leck. Frag Rev nach den Flüssigkeitsspezifikationen für dein Fahrzeug.

Häufige Fehler

  1. Den Kühlerdeckel bei heißem Motor öffnen. Das ist der gefährlichste Fehler in dieser Liste. Warte, bis der Motor vollständig abgekühlt ist. Der Deckel steht unter Druck, und heißes Kühlmittel kann herausschießen.
  2. Die falsche Flüssigkeitsart verwenden. Nicht alle Bremsflüssigkeiten, Kühlmittel oder Getriebeöle sind untereinander austauschbar. Prüfe immer in deiner Betriebsanleitung, welche Spezifikation vorgeschrieben ist.
  3. Einen sinkenden Flüssigkeitsstand ignorieren. Flüssigkeiten verdunsten nicht (außer Scheibenwaschflüssigkeit). Sinkt ein Stand, gibt es irgendwo ein Leck. Such es und behebe es frühzeitig.
  4. Überfüllen. Mehr ist nicht besser. Zu viel Kühlmittel oder Getriebeöl kann das System beschädigen. Fülle bis zur MAX-Markierung auf, nicht darüber.
  5. Das Getriebeöl bei ausgeschaltetem Motor prüfen. Anders als beim Motoröl solltest du ATF bei laufendem, warmem Motor kontrollieren. Eine Kontrolle im kalten Zustand liefert ein ungenaues Ergebnis.

Regelmäßige Kontrollen der Flüssigkeitsstände sind der einfachste Weg, Probleme frühzeitig zu erkennen. Die meisten größeren Reparaturen beginnen als schleichende Lecks oder allmähliche Alterung der Flüssigkeiten, die dir bei einer monatlichen Kontrolle von 10 Minuten auffallen würden. Mach es dir zur Gewohnheit, und du ersparst dir später viel Ärger.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich meine Flüssigkeitsstände kontrollieren?

Kontrolliere alle Flüssigkeiten mindestens einmal im Monat oder vor jeder längeren Reise. Viele prüfen bei jedem Tanken, was eine gute Gewohnheit ist. Sobald du weißt, wo sich alles befindet, dauert es nur 5 Minuten.

Kann ich verschiedene Marken derselben Flüssigkeitsart mischen?

In der Regel ja – verschiedene Marken derselben Spezifikation (z. B. Bremsflüssigkeit DOT 4) sind miteinander verträglich. Nie mischen solltest du dagegen unterschiedliche Arten, etwa DOT 3 mit DOT 5 (auf Silikonbasis), oder unterschiedliche Kühlmittelchemien (grün mit orange). Richte dich immer nach der Spezifikation, nicht nur nach der Farbe.

Was bedeutet es, wenn der Bremsflüssigkeitsstand ständig sinkt?

Dafür gibt es zwei mögliche Ursachen: Entweder sind die Bremsbeläge heruntergefahren (mit dünner werdenden Belägen füllt mehr Flüssigkeit den Raum im Bremssattel, sodass der Stand im Vorratsbehälter sinkt) oder das Bremssystem hat ein Leck. Beides erfordert Aufmerksamkeit. Stehen ohnehin neue Beläge an, normalisiert sich der Stand nach dem Einbau wieder. Ein Leck ist dringlicher – lass es umgehend prüfen.

Warum ist die Kühlmittelart so wichtig?

Verschiedene Kühlmittelformulierungen (IAT, OAT, HOAT) enthalten Korrosionsinhibitoren mit unterschiedlicher Chemie, die auf bestimmte Motorwerkstoffe abgestimmt sind. Beim Mischen unverträglicher Arten können die Inhibitoren gelieren, den Kühlkreislauf verstopfen und den Schutz verringern. Welche Kühlmittelart vorgeschrieben ist, steht in deiner Betriebsanleitung; alternativ orientierst du dich an der Farbe der Flüssigkeit, die sich bereits im System befindet.

Mein Auto hat keinen Getriebeölmessstab. Wie prüfe ich die Flüssigkeit?

Viele moderne Fahrzeuge haben geschlossene Getriebe, die der Hersteller als „lebensdauergefüllt“ betrachtet. Den Ölstand bei diesen zu prüfen, erfordert, das Auto anzuheben und eine Einfüllschraube zu entfernen – das ist eher ein Werkstattvorgang. Wenn du hartes Schalten oder Rutschen bemerkst, lass Ölstand und Ölzustand in einer Werkstatt prüfen.

Quellen

  1. 49 CFR § 571.116 — Standard No. 116; Motor vehicle brake fluidsU.S. National Highway Traffic Safety Administration (via Cornell Law School LII) · Standard · Abgerufen am 2. Nov. 2026
  2. 2025 Nissan Juke Owner's Manual — Checking engine coolant levelNissan · Benutzerhandbuch · Abgerufen am 2. Nov. 2026

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