Wartung & DIY

Reifenwechsel bei einer Reifenpanne – sicher und souverän

Reifenpanne? Das ist in dieser Reihenfolge zu tun: sicher abstellen, den Wagenheber richtig ansetzen, die Radmuttern über Kreuz anziehen und vor der Weiterfahrt alles prüfen – mit dem Werkzeug, das du an Bord hast.

Rev + Daniel Georgiev · 8 Min. Lesezeit

Geprüft anhand des If You Have a Flat Tire (with Spare Tire) · Überprüft am 2. Nov. 2026 von Daniel Georgiev · 2 Quellen

Reifenwechsel bei einer Reifenpanne – sicher und souverän
Foto: Ron Lach / Pexels
Inhalt
  1. Bevor du anfängst
  2. Schritt für Schritt: Den Reifen wechseln
  3. Profi-Tipps
  4. Häufige Fehler

Ein platter Reifen trifft früher oder später jeden Autofahrer, und meistens passiert es im ungünstigsten Moment. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Vorgehen ist ein Reifenwechsel unkompliziert und dauert etwa 20-30 Minuten. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch den Ablauf, damit du die Situation auch beim ersten Mal ruhig meisterst.

Bevor du anfängst

Sicherheit geht immer vor. Ein platter Reifen am Rand einer stark befahrenen Straße ist eine gefährliche Situation. Deine wichtigsten Ziele sind jetzt, gut sichtbar zu sein und das Fahrzeug stabil abzustellen:

  • Schalte die Warnblinkanlage ein, sobald du bemerkst, dass etwas nicht stimmt.
  • Suche dir einen ebenen, festen Untergrund abseits des Verkehrs. Ein Parkplatz ist ideal. Auf der Autobahn fährst du so weit wie möglich auf den Seitenstreifen.
  • Stelle ein Warndreieck oder Warnleuchten auf, sofern du sie dabeihast, besonders bei Dunkelheit.
  • Wechsle den Reifen niemals an einem Hang, auf weichem Untergrund oder auf einer Fahrspur.

Lege dein Werkzeug bereit: Ersatzrad, Wagenheber, Radmutternschlüssel und Unterlegkeile. Alles sollte im Kofferraum liegen. Falls du das noch nie geprüft hast, hole es jetzt nach, bevor du es brauchst.

Schritt für Schritt: Den Reifen wechseln

1. Das Fahrzeug sichern

Lege bei einem Automatikgetriebe die Parkstellung ein (bei einem Schaltgetriebe den ersten Gang), ziehe die Feststellbremse fest an und lege Unterlegkeile hinter die Reifen, die dem platten Reifen diagonal gegenüberliegen. So rollt das Auto nicht weg, wenn du es anhebst.

2. Die Radmuttern lösen, solange das Auto noch auf dem Boden steht

Diesen Schritt überspringen viele Anfänger, und dann haben sie Probleme. Drehe mit dem Radmutternschlüssel jede Mutter etwa eine halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn. Das Gewicht des Autos auf dem Boden sorgt für den nötigen Widerstand. Sitzt eine Mutter besonders fest, kannst du dich vorsichtig auf den Griff des Schlüssels stellen, um mehr Hebelwirkung zu erhalten. Drehe die Muttern noch nicht ganz ab.

3. Den Wagenheber ansetzen und das Fahrzeug anheben

In deinem Fahrzeughandbuch sind die vorgesehenen Wagenheberaufnahmen eingezeichnet. Das sind verstärkte Stellen am Fahrzeugrahmen, die das Gewicht des Autos tragen können. Wenn du den Wagenheber an der falschen Stelle ansetzt, kann der Unterboden beschädigt werden oder der Wagenheber abrutschen. Setze den Wagenheber an der richtigen Stelle an und hebe das Fahrzeug an, bis der platte Reifen etwa 6 Zoll über dem Boden schwebt.

WARNUNG: Begib dich niemals mit einem Körperteil unter ein Fahrzeug, das nur von einem Wagenheber gestützt wird. Wagenheber können versagen und tun es auch. Wenn du einen Unterstellbock hast, stelle ihn jetzt zur zusätzlichen Absicherung unter.

4. Die Räder tauschen

Schraube die Radmuttern vollständig ab und bewahre sie an einem sicheren Ort auf (eine Hosentasche eignet sich gut). Ziehe den platten Reifen gerade von der Nabe ab und lege ihn beiseite. Viele legen ihn flach unter den Fahrzeugrahmen, damit er als letzte Absicherung dient, falls der Wagenheber versagt.

Hebe das Ersatzrad auf die Nabe und richte die Löcher an den Radbolzen aus. Drehe die Radmuttern von Hand auf. Ziehe sie nur leicht an, gerade so fest, dass das Rad hält. Ziehe sie noch nicht fest.

5. Absenken und endgültig festziehen

Lasse den Wagenheber so weit ab, dass der Reifen den Boden berührt, das Gewicht des Autos aber noch nicht voll darauf lastet. Ziehe die Radmuttern nun über Kreuz (im Sternmuster) an. So verteilt sich der Druck gleichmäßig, und die Bremsscheibe verzieht sich nicht. Lasse den Wagenheber ganz ab und ziehe jede Mutter im selben Muster noch einmal fest nach.

Wenn du einen Drehmomentschlüssel hast, verwende ihn. Die meisten Pkw verlangen 80-100 ft-lbs, schaue aber in deinem Handbuch nach.

6. Kontrollieren und weiterfahren

Prüfe per Sichtkontrolle, dass das Ersatzrad richtig sitzt und alle Muttern fest angezogen sind. Verstaue alles im Kofferraum, entferne Unterlegkeile und Warndreieck, und schon kannst du weiterfahren.

Profi-Tipps

  • Prüfe den Reifendruck deines Reserverads regelmäßig. Ein platter Ersatzreifen nützt dir nichts. Nimm die Kontrolle in deine saisonale Wartungs-Checkliste auf.
  • Finde die Wagenheberaufnahmen, bevor du sie brauchst. Nimm dir dafür dieses Wochenende 2 Minuten Zeit und schlage in deiner Betriebsanleitung nach.
  • Noträder haben Einschränkungen. Die meisten sind für maximal 50 mph und 50-70 Meilen ausgelegt. Fahre damit nicht quer durchs Land.
  • Ziehe die Radmuttern nach 50-100 Meilen nach. Radmuttern können sich nach der Montage setzen. Eine kurze Kontrolle verhindert ein loses Rad.
  • Trage es in GarageHub ein. Lege einen To-do-Eintrag an, der dich daran erinnert, den platten Reifen reparieren oder ersetzen zu lassen, und erfasse die Montage des Reserverads als Wartungseintrag, damit du nicht vergisst, dass es montiert ist.

Häufige Fehler

  1. Die Radmuttern erst lösen wollen, nachdem das Auto aufgebockt ist. Das Rad dreht sich dann nur mit. Löse die Muttern immer zuerst, solange das Gewicht des Fahrzeugs noch auf dem Boden lastet.
  2. Die falsche Wagenheberaufnahme verwenden. Das kann Karosserieteile eindrücken oder, schlimmer noch, dazu führen, dass der Wagenheber abrutscht. Prüfe immer die Betriebsanleitung.
  3. Die Radmuttern der Reihe nach im Kreis anziehen. Wer reihum anzieht, setzt das Rad ungleichmäßig auf. Gehe jedes Mal im Sternmuster vor.
  4. Die Einschränkungen des Notrads vergessen. 200 Meilen mit Autobahntempo auf einem Notrad zu fahren, provoziert einen Reifenplatzer.
  5. Das Drehmoment nicht erneut prüfen. Die Radmuttern müssen nach 50-100 Meilen Fahrt noch einmal kontrolliert werden.

Einen platten Reifen zu wechseln, gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten rund ums Auto. Hast du es einmal gemacht, verliert es jeden Schrecken. Halte dein Reserverad aufgepumpt, wisse, wo dein Werkzeug liegt, und du erledigst den Wechsel wie ein Profi.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell darf ich mit einem Notrad fahren?

Die meisten Noträder (Kompaktreserverad) sind für maximal 50 mph ausgelegt und sollten nur etwa 50–70 Meilen gefahren werden. Achte auf das Etikett am Notrad selbst. Fahre so bald wie möglich zu einer Reifenwerkstatt.

Was tun, wenn die Radmuttern festsitzen und sich nicht lösen lassen?

Versuche, dich auf den Griff des Radmutternschlüssels zu stellen (vorsichtig und mit Abstützen am Fahrzeug). Du kannst auch einen Knebel mit Verlängerung für mehr Hebelwirkung verwenden. Kriechöl wie PB Blaster kann helfen, falls du welches zur Hand hast. Wenn nichts funktioniert, ruf lieber den Pannendienst, statt eine Verletzung zu riskieren.

Brauche ich für einen Reifenwechsel wirklich einen Unterstellbock?

Bei einem schnellen Reifenwechsel am Straßenrand nutzen die meisten nur den Wagenheber des Fahrzeugs. Ein Unterstellbock bietet jedoch eine entscheidende zusätzliche Sicherheit. Wenn du den Wechsel in deiner Einfahrt machst und einen zur Hand hast, setze ihn unbedingt ein. Krieche niemals unter ein Fahrzeug, das nur von einem Wagenheber gehalten wird.

Sollte ich die Radmuttern später noch einmal nachziehen?

Ja. Prüfe das Anzugsdrehmoment der Radmuttern nach etwa 50–100 Meilen Fahrt mit dem neuen Reifen (oder dem reparierten ursprünglichen Reifen) noch einmal. Die Muttern können sich nach der ersten Montage leicht setzen. Den vorgeschriebenen Drehmomentwert findest du in der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs.

Quellen

  1. If You Have a Flat Tire (with Spare Tire)Hyundai Motor Company · Benutzerhandbuch · Abgerufen am 2. Nov. 2026
  2. Changing tires (If you have a flat tire, with spare tire)Kia Corporation · Benutzerhandbuch · Abgerufen am 2. Nov. 2026

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